Zentraler Bestandsteil des Lehrangebots der Neurologischen Klinik ist die jeweils einsemestrige interdisziplinäre Ringvorlesung, in welcher den Studierenden des 5. und 6. Semesters durch die Hochschullehrer der Neurologischen Klinik in Kooperation mit den Kollegen der Neurochirurgischen Klinik sowie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit das gesamte Spektrum neurologischer Erkrankungen vermittelt wird.
Ergänzt wird die Ringvorlesung durch das Praktikum mit begleitendem Seminar, welches wie bisher durch die Hochschullehrer
der Neurologischen Klinik abgehalten wird. Während des Praktikums erfolgt die bed-side Ausbildung der Medizinstudenten in
Kleingruppen. Nach Vermittlung grundlegender neurologischer Anamnese- und Untersuchungsmethoden innerhalb der ersten
Unterrichtseinheit erfolgt eine weitere Unterteilung, so dass die Studenten pro Unterrichtstermin in Kleinstgruppen jeweils
ein neurologisches Krankheitsbild kennen lernen. Neben dem direkten Patientenkontakt werden hierzu auch Videobeispiele von Patientenuntersuchungen sowie interaktive PC-Lernprogramme angeboten.
Das Seminar zum Praktikum ist so gestaltet, das jeweils Gruppen à sechs bis acht Studenten anhand eines Patienten der Neurologischen Klinik die Teilaspekte neurologisch ärztlichen Handelns (z.B. Befund, Differentialdiagnose, Therapie) erarbeiten, präsentieren und sowohl untereinander als auch mit dem Dozenten diskutieren.
Wie in den vergangenen Jahren wurde das Lehrangebot der Neurologischen Klinik kontinuierlich erweitert. Hieraus ergab sich jedoch
nicht nur eine zahlenmäßige Erweiterung des Lehrangebotes sondern auch eine qualitative Erweiterung des Themenkataloges sowie der
Lehrinhalte.
So wurde im Wintersemester 2007/2008 erstmalig neben der Ringvorlesung sowie dem Praktikum mit Seminar ein fortgeschrittenes
Seminar für besonders an der Neurologie interessierte Studenten angeboten. Dieses erstreckt sich einerseits über das gesamte
Semester und beinhaltet neben zusätzlichen Seminaren, Journal-Clubs, Präsentationen eine intensive Ausbildung am Krankenbett sowie
kurze Rotationen in die verschiedenen Abteilungen der Neurologie (u.a. Stroke Unit, Notfallaufnahme, neurologische Spezialambulanzen und diagnostische Einheit).
Ein weiterer wichtiger Schritt war die Erarbeitung eines neuen neurowissenschaftlichen Kolloquiums im
Rahmen der Umsetzung von MaReCuM („Mannheimer Reformiertes Curriculum für Medizin“) mit seinem fächerübergreifenden und
organsystemzentrierten Lehransatz. Hierbei erfolgt die Vermittlung der neurowissenschaftlichen Lehrinhalte fächerübergreifend und
systemorientiert in drei Lehrabschnitten, welche schwerpunktmäßig die sensorischen Systeme, das motorische System sowie die
integrativen Hirnleistungen und das vegetative Nervensystem behandeln. Zentrales Element soll hierbei das neurowissenschaftliche
Seminar, welches die genannten Lehrinhalte unter Einbeziehung klinischer Aspekte vermittelt, sein. Um den klinischen Bezug weiter
zu vertiefen soll im Rahmen der Praktika sowie der Skill Labs jeweils eine Einführung in klinische und apparative Untersuchungstechniken der Neurologie erfolgen.
Flankierend werden Inhalte im Rahmen der fakultativen blockbezogenen Vorlesungen in Anatomie, Biochemie sowie Physiologie vermittelt.
Neben den genannten Lehrangeboten erfolgt pro Trimester jeweils die Ausbildung von zwei bis drei Studenten im praktischen
Jahr (PJ) auf den Stationen sowie in den Funktionsabteilungen und den Spezialambulanzen der Neurologischen Klinik.
Im Rahmen eines wöchentlichen Seminars werden aktuelle Fälle der Klinik diskutiert und Bezüge zu aktuellen Studien- und
Forschungsergebnissen hergestellt. Darüber hinaus erhalten die Studenten die Möglichkeit an den ebenfalls wöchentlich
stattfindenden Fallpräsentationen sowie Fortbildungsveranstaltungen teilzunehmen und ggf. auch eigene Fälle zu präsentieren.